Mit 6+4 Kernen leistet der Core i5-12600K mehr als Intels bisheriges Topmodell und bringt AMDs Ryzen 7 5800X in arge Bedrängnis.
Neben dem Core i9-12900K als Topmodell und dem Core i7-12700K als zweitschnellstem Chip umfasst Intels initiales Desktop-Portfolio von Alder Lake auch noch den Core i5-12600K: Der ist mit gut 300 Euro zwar absolut betrachtet kein Schnäppchen, schneidet in unserem Test für seinen Preis aber äußerst stark ab.
Anders als beim Core i9 und beim Core i7 hat Intel hierzu das hybride Design des Core i5 stärker angepasst, was primär die App- anstelle die Gaming-Leistung beschneidet. Statt acht Performance-Kernen sind es noch sechs, die Anzahl der Efficiency-Kerne beläuft sich auf vier - das entspricht dem i7, denn der i9 hat acht.
Mit jedem Performance-Core und jedem Quadcore-Cluster, der fehlt, verringert sich überdies die Menge an L3-Cache, weshalb der Core i5-12600K hier einzig 20 MByte aufweist. Der kleinere Zwischenpuffer ist bei speicherlastigen Anwendungen ein Nadelöhr, vor allem Spiele reagieren oft auf eine derartige Reduktion des Caches.
Deutlich niedrigeres Power-Limit
Bei den (maximalen) Taktraten macht Intel kaum Abstriche selbst zwischen i9 und i5, was bei früheren Generationen gerne der Fall war - insbesondere für Gamer sind das gute Nachrichten, da gerade die P-Cores in der Spitze nur 300 MHz niedriger takten. Aufgrund der 6+4- statt der 8+8-Konfiguration benötigt der Core i5-12600K außerdem viel weniger Energie als der i9.
| Kerne | P-Cores | E-Cores | L3 | Speicher | Grafik | PBP | MTP | Preis | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i9-12900K | 8C/16T + 8C | 3,2 bis 5,2 GHz | 2,4 bis 3,9 GHz | 30 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | Xe (32 EU) | 125 Watt | 241 Watt | $589 |
| Core i9-12900KF | 8C/16T + 8C | 3,2 bis 5,2 GHz | 2,4 bis 3,9 GHz | 30 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | keine | 125 Watt | 241 Watt | $564 |
| Core i7-12700K | 8C/16T + 4C | 3,6 bis 5,0 GHz | 2,7 bis 3,8 GHz | 25 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | Xe (32 EU) | 125 Watt | 190 Watt | $409 |
| Core i7-12700KF | 8C/16T + 4C | 3,6 bis 5,0 GHz | 2,7 bis 3,8 GHz | 25 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | keine | 125 Watt | 190 Watt | $384 |
| Core i5-12600K | 6C/12T + 4C | 3,7 bis 4,9 GHz | 2,8 bis 3,6 GHz | 20 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | Xe (32 EU) | 125 Watt | 150 Watt | $289 |
| Core i5-12600KF | 6C/12T + 4C | 3,7 bis 4,9 GHz | 2,8 bis 3,6 GHz | 20 MByte | DDR5-4800, DDR4-3200 | keine | 125 Watt | 150 Watt | $264 |
Das PL2, mittlerweile als Maximum Turbo Power bezeichnet und dauerhaft statt kurzfristig aktiv, liegt bei gemäßigten 150 Watt. Das sind knapp 100 Watt unterhalb des Core i9-12900K, wodurch das Power-Limit vergleichbar mit den 142 Watt eines Ryzen 7 5800X ist. Und so viel sei vorab gesagt: Die 150 Watt liegen in Spielen nie an und selbst bei Apps braucht es hohe AVX2-Last, um sich der Maximum Turbo Power anzunähern.
Als Plattform für den Core i5-12600K eignen sich bisher einzig LGA-1700-Hauptplatinen mit teurem Z690-Chip, was PCIe Gen5 für die Grafikkarte sowie PCIe Gen4 für SSDs und Peripherie einschließt. Zumindest beim Speicher lässt sich dank DDR4-Support günstiger oder vorhandener RAM verwenden, was wir für unsere Benchmark auch getan haben.
Wir testen Alder Lake auf einem Asus ROG Maximus Z690 Hero für DDR5 (Firmware v0702) und auf einem Asus ROG Strix Z690-A Gaming WiFi D4 für DDR4 (Firmware v0702), für Rocket Lake kam ein Asus ROG Maximus XIII Hero (Z590, Firmware v1007) zum Einsatz. Für die Ryzen-CPUs wiederum haben wir ein Asus Crosshair VIII Hero WiFi (X570, Firmware v3801) verwendet.
Jegliche Apps/Spiele sowie Windows 10 v21H2 und Windows 11 v21H2 (VBS an, HVCI aus) liegen auf einer Crucial P5 Plus, einer der schnellsten derzeit verfügbaren PCIe-Gen4-NVMe-SSDs. Als Grafikkarte nutzen wir eine Geforce RTX 3080 Ti (Test) samt rBAR von Nvidia, als Netzteil kommt ein Seasonic Prime TX mit 1.000 Watt zum Einsatz. Wir verwenden CapFrameX, um Framerate/Frametimes zu messen.
Der Core i5-12600K schlägt sich dank seines heterogenen 6+4-Aufbaus sowie der sechs IPC-starken P-Cores besser als bisherige CPUs mit einem homogenen Design: Über alle Benchmarks hinweg kann er sich bei Anwendungen und Spielen leicht vor dem Core i9-11900K, also dem bisherigen Intel-Topmodell, wie auch vor AMDs Ryzen 7 5800X platzieren.
Es kommt darauf an
Wie üblich ist ein absolutes Ranking nur die halbe Wahrheit - denn Benchmarks, egal ob Apps oder Games, sind immer eine Momentaufnahme. So hat der Core i5-12600K bei y-Cruncher 1T derzeit noch das Problem, dass der Thread Direct den Workload auf einen E-Core statt einen P-Core packt, was die Leistung reduziert. Intel dürfte dieses durchaus nischige Problem jedoch zeitnah beheben, denn es ist dem Hersteller bekannt.
Im Vergleich zum Core i9-11900K fällt beim Core i5-12600K auf, dass sich beide CPUs abseits vom Cache-lastigen 7-Zip kaum etwas geben. Der Ryzen 7 5800X hingegen hat ebenfalls bei 7-Zip einen klaren Vorsprung gegenüber dem kleinen Alder Lake, verliert jedoch überdeutlich in Microsoft 365 und in Kingdom Come Deliverance - beide profitieren von den hohen IPC.
Die Effizienz stimmt
Bei der Leistungsaufnahme und der Performance pro Watt schneidet der Core i5-12600K dank der Intel-7-Fertigung und einer Maximum Turbo Power von 150 Watt exzellent ab, zumal wir diese in regulären Anwendungen nicht erreichen - sondern einzig in Prime95 mit AVX2. Der Core i9-11900K als 14-nm-Frankenstein verschwendet ohnehin Unmengen an Energie, aber auch der Ryzen 7 5800X ist in Apps (konkret: Blender, Faststone Image Viewer) und in allen Spielen weniger effizient als der Core i5-12600K.
Tatsächlich benötigt der Alder Lake bei durchschnittlich identischer Gaming-Leistung zumeist rund 20 Watt weniger als die Ryzen CPU, wenngleich mit gewissen Tendenzen. In Kingdom Come Deliverance etwa ist die prozentuale Differenz am niedrigsten und in Anno 1800 am höchsten, was sich allerdings nicht in entsprechenden Fps-Abständen spiegelt.
Und damit weiter zum Resümee!
Intel verkauft den Core i5-12600K für rund 330 Euro, passende Z690-Hauptplatinen kosten allerdings mindestens 200 Euro, denn günstigere Boards etwa mit B660-Chip erscheinen erst Anfang 2022. Immerhin: Der Core i5-12600K lässt sich mit DDR4-Speicher betreiben, teurer DDR5 lohnt sich in dieser Preisklasse nicht.
Fazit
Der Core i5-12600K mag der bisher kleinste Alder-Lake-Prozessor sein, beim Preis-Leistungs-Verhältnis aber ist er der größte. Insbesondere die Gaming-Performance spricht für den Chip, denn sechs P-Cores und vier E-Cores ergeben zusammen eine äußerst stimmige Symbiose.
Verglichen mit dem bisherigen Mainstream-Desktop-Topmodell, dem Core i9-11900K, schafft der Core i5-12600K über alle App- und Spiele-Benchmarks hinweg einen minimalen Vorsprung. Dabei benötigt der neue Hybrid-Chip oft nur die Hälfte oder ein Drittel der Energie, denn das Intel-7-Fertigungsverfahren macht sich positiv bemerkbar.
Gegen AMDs teureren Ryzen 7 5800X kann sich der Core i5-12600K ebenfalls behaupten, auch hier ist die Performance vergleichbar und in Spielen sogar oft 10 bis 15 Prozent höher - bei geringerer Leistungsaufnahme versteht sich. Alles andere wäre rund ein Jahr nach dem Launch von AMDs Vermeer-Generation aber auch erschreckend.
Ungeachtet der Performance und der Effizienz ist der Core i5-12600K im mittleren Preisbereich nicht uneingeschränkt empfehlenswert, was zwei Gründe hat: Erstens raten wir für die beste Spielekompatibilität von Alder Lake bei Denuvo-Titeln zu Windows 11 und zweitens sind Z690-Hauptplatinen auch mit DDR4- statt DDR5-Support ziemlich teuer.
Günstigere Mainboards mit B660-Chip erscheinen erst Anfang 2022, weshalb der Ryzen 7 5800X mit einem B550-Brett für rund 120 Euro durchaus eine Alternative darstellt. Ohnehin könnte AMD noch vor Weihnachten die CPU-Preise senken, bis die Ryzen-Modelle mit 3D V-Cache übernehmen.
Core i5-12600K im Test: Dieser Sechser ist ein Zehner für Gaming - Golem.de - Golem.de
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